ESMT Berlin Sustainable Business Roundtable feiert 15- jähriges Bestehen mit Fokus auf Ressourcenresilienz
Seit der Gründung trifft sich der SBRT zweimal jährlich und bringt Vertreterinnen und Vertreter führender Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam praxisnahe Lösungen für geteilte Nachhaltigkeitsherausforderungen zu entwickeln. Das Netzwerk mit seinen 28 Mitgliedern umfasst Accenture, BNP Paribas, Bosch, Brunswick Group, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, DHL Group, Dr. Oetker, Endava, H&M, ING, Marcatus QED, Mast- Jägermeister, McDonald's, Mercedes-Benz, Merck, Mitsui, Nespresso, osapiens, P&G, PricewaterhouseCoopers, Quadriga Capital, RWE, Schwarz Group, SE Advisory Services, Siemens, Tech Mahindra und Volkswagen. Es funktioniert als vertrauliches Peer-Learning-Forum, das einen offenen Austausch über Erfolge und Misserfolge gleichermaßen ermöglicht. In 30 Treffen hat der Roundtable praxisnahe Erkenntnisse darüber gewonnen, wie Unternehmen Nachhaltigkeit als zentrale Geschäftspriorität statt als Randthema verankern können.
Zu den zentralen Erkenntnissen aus 15 Jahren SBRT gehören:
Der Wandel führt von Compliance zu Wirkung. Die Nachhaltigkeitsdebatte hat sich von freiwilligen Selbstverpflichtungen hin zu Berichterstattung und Regulierung entwickelt. Paradoxerweise hat die zunehmende Kritik an ESG-Rahmenwerken diesen Wandel beschleunigt und Unternehmen dazu gezwungen, den Blick von Kennzahlen auf messbare operative Ergebnisse zu richten. Führende Unternehmen fragen sich heute nicht mehr, ob sie Vorgaben erfüllen, sondern ob ihre Nachhaltigkeitsbemühungen echten ökologischen und sozialen Mehrwert schaffen und zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig stärken.
Nachhaltigkeit und digitale Transformation müssen gemeinsam voranschreiten, doch die Risiken werden unterschätzt. KI und digitale Technologien bieten leistungsstarke Werkzeuge für Ressourceneffizienz, Transparenz, Prognosen und Innovation. Der Ressourcenverbrauch vonKI selbst ist jedoch selten Teil der Diskussion. Der Stromverbrauch von KI-spezifischen Rechenzentren könnte bis 2030 auf 433 TWh ansteigen und sich damit vervierfachen (laut Öko-Institut im Auftrag von Greenpeace Deutschland), während der Wasserverbrauch dieser Infrastruktur im gleichen Zeitraum von 60 auf 338 Milliarden Liter ansteigen könnte. Unternehmen, die KI als isoliertes Effizienzwerkzeug betrachten, ohne dessen ökologischen Fußabdruck zu berücksichtigen, riskieren, neue Nachhaltigkeitswidersprüche zu erzeugen, während sie alte lösen.
Resilienz entsteht durch Ökosysteme, nicht durch Isolation. Ob bei der Bewältigung von Lieferkettenunterbrechungen, Ressourcenengpässen oder geopolitischer Unsicherheit: Die widerstandsfähigsten Unternehmen sind jene, die von Kontrolle auf Vernetzung umstellen,– indem sie Leistungsdaten teilen, Anreize aufeinander abstimmen und gemeinsam mit Lieferanten, Kundinnen und Kunden sowie Partnern Lösungen entwickeln. Langfristige, vertrauensbasierte Partnerschaften haben sich dabei wiederholt als wirksamer erwiesen als rein compliance-getriebene Ansätze. Wie Joanna Radeke, Direktorin des ESMT Institute for Sustainable Transformation und Direktorin für Nachhaltigkeit an der ESMT Berlin, auf Basis der SBRT-Erfahrung formuliert hat: „Nachhaltigkeit ist keine Ergänzung zur Resilienz. Sie ist ihr Betriebssystem.“
Der Fokus des 31. Treffens liegt auf Ressourcenresilienz. Die Referierenden beschäftigen sich mit Wasser, kritische Rohstoffe, Kreislaufsysteme, digitalen Produktpässen, landwirtschaftlichen Lieferketten sowie der Rolle von Nachhaltigkeitsdaten bei der Gestaltung von Unternehmensstrategien.
„Der Zugang zu Ressourcen rückt in der Regel erst in Zeiten der Knappheit in den Fokus, und sobald die Verteilung wieder gesichert ist, verschwindet das Thema häufig erneut aus der Aufmerksamkeit“, sagt Thomas Schulte, Senior Vice President und Head of Sustainability & EHS bei Bosch. „Nachhaltigkeit kann hier Lösungen liefern und klügere Ansätze fördern.
Die geopolitische Dimension des Ressourcenzugangs wird von Jan Ceyssens beleuchtet, stellvertretender Kabinettschef von EU-Kommissarin Jessika Roswall, zuständig für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft. „Da die Versorgung mit fossilen Rohstoffen durch geopolitische Störungen zunehmend gefährdet ist, werden zirkuläre und biobasierte Materialien immer überzeugender“, sagt Ceyssens. „Europa muss das Potenzial seines Binnenmarkts mit mehr als 450 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern nutzen, um die Kreislaufwirtschaft zu skalieren und deren wirtschaftliche Grundlage zu stärken.“
Über die ESMT Berlin
Quick links